Diskussionsbeiträge zum Grundeinkommen

Es gibt zwei Möglichkeiten des sozialen Handelns. Jeder tritt jeden und wird schließlich zum Kannibalen, das ist die Hölle auf Erden. Alle handeln gemeinsam und teilen alles und befreien sich gemeinsam aus ihrer Not, das kommt eher einem Himmel gleich.

Das BGE geht immer, selbst wenn nichts vorhanden ist. Es ist eine Frage der menschlichen Grundeinstellung. Und ja, wenn nichts da ist wie bei der Gruppe die in den Anden abgestürzt ist und sich in der Ermangelung an Nahrung von den Verstorbenen ernährten um zu überleben, überlebten sie in dieser lebensfeindlichen Eiswüste, weil sie alles teilten und gemeinsam handelten. Und noch was ist da bemerkenswert, die in Anden abgestürzten hatten Respekt vor den Opfern, die ihr Einverständnis zu diesem Handeln nicht mehr erklären konnten und einer war der Erste, der sagte, wenn ich sterbe, dann esst mich, damit ihr überleben könnt. Wie auch Wirtschaft mit nichts oder auch gar nichts aussehen könnte, selbst in der größten Not ist das Teilen aller mit allem besser, als das egoistische Niedertreten der anderen.

Aber ja es gibt auch die Hölle der Reichen, die sich gegen die anderen verteidigen müssen. Jene die als einzige eine Notsituation überlebt haben und ihre Mitmenschen mordeten. In der Regel verlieren selbst diese „Sieger“ dabei, weil sie in der ständigen Paranoia leben, dass die anderen ihnen was wegnehmen könnten. Außerdem leiden sie Seelenqualen, ob ihrer taten. Gerade die Reichsten sind dann seelisch zutiefst verarmt. Howard Hughes, intrigant und machthungrig, war sicherlich mit einer der reichsten Männer der USA, wurde aber am Ende seines Lebens wohl von diversen Phobien geplagt. Schliesslich starb er sogar unter falschem Namen, sodaß seinen Identität mit Fingerabdrücken geklärt werden musste. Reich aber seelisch verarmt und eigentlich sozial gestört.

Ein BGE wäre immer möglich, es würde sogar den Reichen helfen, obwohl sie mehr von ihrem Reichtum teilen müssten, aber letztlich wären sie seelisch am Ende reicher.

Arnd Raeder erzählte eine Geschichte über Willi, den Bäcker.

Nur so als Denkanregung. Das Problem ist nicht Willi, denn Willi bekommt auch heute schon Patentgebühren und kann sich auf die faule Haut legen oder lässt sich von Bill das Patent abkaufen, kaum einer kennt den Erfinder von DOS aber jeder kennt Bill Gates.

Nein, das Problem ist nicht Willi sondern der Wert des menschlichen Lebens an sich. Sozusagen der geistig behinderte Hilfsarbeiter, der Willi die Mehlsäcke aus dem Lager holte und der Roboter die Mehlsäcke jetzt durch Willis Erfindung selber holt.

Zu Zeiten Newtons mag es einen intelligenten Menschen gegeben haben, der wusste, dass Isaac Newton falsch lag. Er hatte sogar die Relativitätstheorie im Kopf. Das Problem dieses Menschen war, dass er körperlich so behindert war. Zu Zeiten Newtons waren behinderte Menschen nichts wert. Sie landeten, wenn sie denn überhaupt überlebten in Spitälern unter unwürdigsten Bedingungen. Manche wurden noch vor hundert Jahren unter der Treppe gehalten, wie in mein linker Fuß zu lesen. Von jenem Zeitgenossen Newtons wissen wir also nichts. Unwahrscheinlich meint ihr – hmm, dann unterhaltet Euch doch mit Stephen Hawking, der Newtons Lehrstuhl inne hat. Ok ohne Sprachroboter wird es nicht möglich sein, dass er antwortet, aber er ist so ein Kopf, der vor 200 Jahren noch unter der Treppe gelebt hätte und missachtet worden wäre.

Der Mensch, der Mensch ist ein Wert an sich. Es bedarf für seine Existenz keine Begründung und welchen Wert er für andere Menschen hat, wird sich zeigen oder auch nicht. Vielleicht ist es ja nur das Lächeln eines Behinderten, das Willi zu seiner Maschine inspiriert und er ohne das Lächeln nicht auf die entscheidende Idee zur Lösung eines Problems gehabt hätte.

Aber Menschen haben das Problem anderen Menschen das Existenzrecht zuzugestehen. Manche werden gar zu Mördern. Aber nur weil jemand gemordet hat, ist das kein Grund den Mörder zu morden. Höchstens ein Grund die Menschen vor dem Mörder zu schützen. Gesellschaft ist kompliziert. Dennoch ist der Grund für ein Grundeinkommen nicht mehr als die Existenzrecht des Menschen bedingungslos anzuerkennen, egal welchen Wert er/sie für die Menschheit hat.

Es entspannte sich auf Facebook darauf hin eine Diskussion über Kosten.

Nehmen wir als Beispiel die Arbeitsbedingungen bei Amazon. Hier gibt es nicht nur eine strenge Kostenrechnung, sondern auch eine betriebswirtschaftlich hocheffiziente Optimierung. Das geht soweit, dass wegen 16 Sekunden Pausenüberziehung Mitarbeiter abgemahnt werden. Das hängt damit zusammen, dass der Mensch als solches und das Arbeitsklima keinen ökonomischen Wert darstellt, was in gewisser Hinsicht falsch ist. Könnte man soziale Unruhen beziffern, stellt das Vorgehen von Amazon sogar ein unkalkulierbares volkswirtschaftliches Risiko da. Das ist allerdings nur makroökonomisch so. Mikroökonomisch ist es im Vergleich zu dem Wettbewerber für das Unternehmen ein Gewinn. Die „Kosten“ werden scheinbar zu Ungunsten der Allgemeinheit reduziert und die Wettbewerber die sich sozial verhalten aus dem Markt verdrängt. Das ganze zum Preis von unmenschlichen Arbeitsbedingungen. Das haben die „Ökonomen“ die dafür verantwortlich sind, so gelernt, da sie keine Ahnung von Kosten als Wert haben. Diese „Ökonomen“ verwenden Zahlen ohne Bewertung und werden dafür auch noch belohnt. Sie selbst sind ein Zahnrädchen in der Weltwirtschaft, die gar nicht anders können, sonst wären sie selbst ihren Job los. Selbst Jeff Bozos ist dafür nicht gerüstet, denn das Wert seines Unternehmens hängt direkt von der Zahlenmathematik der Börse ab und er steht deswegen letztlich von dieser Seite genauso unter Druck. Was da allerdings bewertet wird, nach welchen Kriterien entzieht sich vollkommen dem Verstand. Der Markt würde nach derzeitigen Theorien zusammenbrechen, was er aber nicht tut, da es Zeit nunmal gibt. Und damit sind wir wieder unmittelbar bei den 16sekündigen Arbeitszeitverstoss, das ist ökonomisch scheinbar ohne Wert. Das stimmt aber letztlich nicht, denn jene, die dieses Vorgehen als unmenschlich bezeichnen haben Recht. Der Mensch und sein Leben ist ein Wert an sich, der nur in der Ökonomie nicht verrechnet wird. Alle Rechnungen sind ohne diese Werte in der Ökonomie Humbug und Zahlenspiele, die leider das Diktat über unsere menschlichen Werte übernommen haben. Selbst die Kanzlerin spricht von Wirtschaftszwängen ohne dabei zu begreifen, das sie eigentlich diejenige sein müsste, die korrigierend in die Wirtschaft einzugreifen um politische Werte der Wirtschaft vorzugeben. Das BGE wäre noch ein Schritt weiter gedacht, aber wir sind so ärmlich, das wir nicht einmal eine normale Politik hinbekommen.

Wert und Wirtschaft

Wirtschaften wäre der Prozess die Resourcen unseres Raumschiffes so zu verwalten, daß wir als Art jeder einzelne von uns existieren kann. Planwirtschaft funktioniert deswegen nicht, weil wir keinen Plan haben. Und zwar nicht, weil wir keine Pläne aufstellen könnten, sondern weil wir gar nicht begriffen haben, wie wir funktionieren. Das wertelose Wirtschaften funktioniert aber ebensowenig. Wir zählen wertelos. Die Wirtschaftszahlen sind ohne Wert.

In Wille und Unwille schrieb ich, daß Karl Marx natürlich dann doch Recht hätte. Das System, welches sich dann selbst überlebt, ist dann als Gesellschaft der Gesellschaft, die gesamte Menschheit selbst, quasi infiziert durch einen Kapitalismus und Zahlenfetischismus zu Grunde gegangen. Es ist nur zu Hoffen, dass die Menschheit aus diesem Irrtum herausfindet.

Wir haben in der Zwischenzeit eine Form des Wirtschaftens entwickelt, daß wir das Schreiben mehr oder weniger inhaltsloser Wiederholungen bekannten Wissens zur Optimierung des Suchergebnisses pro Wort zwischen einem und vier Cent berechnen. Gleichzeitig beklagt sich eine renommierte preisgekrönte Autorin in der Zeit, daß ein Schulbuchverlag selbstverständlich davon ausgeht, dass ihre Texte für umsonst zu haben sind und es ja eine Ehre sei in einem Schulbuch zu erscheinen. Am 5. Dezember habe ich diese Artikelreihe hier begonnen und es sind sicherlich schon mehr als 10.000 Worte geworden, aber ich verkaufe hier nichts. Dieser Text hier ist also aus wirtschaftlicher Sicht angeblich nichts Wert. Überhaupt ist mein Blog für die Werbetreibenden keinen Cent wert. Denn es geht über Politik und hat einen geringen Spaßfaktor. Der Fußballer oder der Rennfahrer sind unsere Kapitalrennpferde.  Und was Texte anbelangt, könnte ich fast auf den Gedanken kommen, je inhaltsloser und polemischer sie sind, desto besser lässt sich damit Geld verdienen. Bücher wie von Richard David Precht stellen da sicher die Ausnahme dar, eher ist ein Akif Pirincci die Normalität, wobei ich dabei nicht Felidae meine, sondern Pirinccis politischen Aussagen. Die Geistesarbeiter werden dazu degradiert, Texte zu schreiben, die eine Call-to-Action auslösen und tatsächlich lassen sich Texte über Reiseziele, die den Leser dazu animieren sollen, irgendwohin zu reisen, am Einfachsten herstellen und billig verkaufen. Texte die Umweltzerstörungen schön reden und im fortgeschrittenen Stadium dann Public Relations genannt werden, lassen sich zu einem höheren Preis verkaufen. Und die Spitze ist dann die gekaufte Forschung die Gift schön reden soll.

Wer wie Karl Marx das Spiel nicht mitspielt, dessen Kinder verhungern halt dann. Da dürfte sich heute nur insofern was geändert haben, dass Europa nicht ganz so arm ist, wie zu Zeiten von Karl Marx. Aber keine Angst, die Kinder verhungern dann in Bangladesh oder Indien. Wir haben den Hunger nur ausgelagert und unser ausgebeutete Industriearbeiter lebt außerhalb unseres Gesichtskreises. Wobei wir in Deutschland auf dem besten Wege sind uns die Armut wieder vor die Tür zu holen. Wir dulden es nicht, dass der Mensch ungeknechtet einfach so ein Existenzrecht hat.

In der Gesamtheit menschlichen Handelns und der dazu benötigten Werkzeuge und Einrichtungen zur Befriedigung von Bedürfnissen ist die Wirtschaft mehr als Zahlenwerte. Wenn beim Wirtschaften von Bedarfsweckung geredet wird, ist es nicht mehr zielgerecht, insbesondere wenn die tatsächlichen Bedürfnisse verdeckt werden.  Wenn Freiheit, Liebe oder Sehnsucht verkauft werden, wird die Freiheit, Liebe und Sehnsucht unter Produkten zugeschüttet. Das eigentliche Bedürfnis wird gar nicht mehr befriedigt. Vertrauen und Sicherheit wird nicht über mehr Kameras hergestellt, sondern ist ein soziales Konstrukt. So manche Diebesbanden sind aus der Armut entstanden und sozialisiert worden. Andere Ausbeutungen entstehen durch unersättliche Gier. Auch diese Erscheinungen sind Teil unseres Wirtschaftens.

Selbstverständlich werden wir die ideale friedliche Gesellschaft nicht so ohne weiteres erreichen können, aber wir haben ja noch nicht einmal das Ziel eine bessere Gesellschaft anzustreben.  Wir reden von wirtschaftlichen Zwängen, aber tatsächlich sind es zum Teil nicht einmal die Bedürfnisse sondern eher die Frage wie der Manager oder der Rennfahrer ein höheres Gehalt bekommt und der Eigentümer eine bessere Rendite. Wenn sich darüber beklagt wird, dass das ehrenamtliche Engagement im Rettungsdienst oder der Feuerwehr zurückgeht, dann darf sich durchaus auch gefragt werden, was uns denn die Existenzen dieser Menschen wert ist, damit sie das weiterhin tun. Das Bedürfnis nach löschen irgendwelcher Brände oder das Retten von Menschenleben scheint uns ja dann auch nicht besonders wichtig, schliesslich steigert es nicht die Wirtschaftsleistung. Doch es sollte umgekehrt sein, denn das Bedürfnis ist vorhanden.

Die Politik hätte die Pflicht hier nicht einer imaginären Wirtschaft nachzurennen, sondern im gemeinsamen Interesse in das Wirtschaften steuernd einzugreifen. Die politischen Werte können keine Wirtschaftszahlen sein, sondern müssen die sein, die in unser aller gemeinsamer Interesse sind. Das kann bedeuten jedem Mensch die Existenz zu sichern, damit er tun kann, was nötig ist, um die gemeinsamen Ziele zu erfüllen.

Das kann auch bedeuten, gewisse Resourcen nicht der menschlichen Gier nach noch mehr Geld preiszugeben. Weder Luft und Wasser zu einem handelbaren Gut verkommen zu lassen. Nicht weil es nicht handelbar wäre, sondern weil es in unser aller Interesse ist, dass jeder Mensch freien Zugang dazu erhält. Weiter gedacht kann das auch bedeuten, dass Wissen nicht handelbar sein soll, sondern allen Menschen zugänglich. Wer von den Grundlagen unserer Erkenntnisse nichts weiß, der handelt möglicherweise falsch. Es ist vollkommen in Ordnung, wenn ein Einzelner, der zum Vorteil aller, etwas neues entdeckt, profitiert. Es ist aber bei Trivialpatenten wie ein Wisch auf dem Telefon eine Absurdität.

Ich weiß zwar nicht, wie ein vernünftige Wirtschaft funktionieren kann, weil wir über uns und unser menschliches Handeln einfach viel zu wenig wissen, aber ich weiß, dass das was wir zur Zeit haben, jede Vernunft verhöhnt. Ich beende deswegen diesen Artikel ohne knackige Schlußsätze. Ich hoffe die Artikelserie vom 5. Dezember bis heute hat Euch zum Denken angeregt. Ob ich weiterschreibe, weiß ich noch nicht, aber sicherlich nicht mehr täglich um die tausend Worte. Ihr könnt ja bei Maß und Wert nochmal von Vorne anfangen und Eure Kommentare hinterlassen.

Danke fürs Lesen!

Wert und Zahl

Nach dem der letzte Artikel mit einem Zahlenwert endete, bot sich der Titel Wert und Zahl förmlich an. Eigentlich müsste er ja Wert und Menge lauten, wobei auch das falsch wäre. Die Hand ist keine von uns verschiedene Menge, selbst wenn es eine Menge Finger an einer Hand sind. Da auch Vögel mit relativ kleinen Hirnen zählen können, dürfte der Mensch schon immer zählen können, seitdem es ihn gibt. Mehr als ein Ding zu haben und das zweite Ding als Nahrungsreserve zu verbuddeln beherrschen schon Eichhörnchen. Und Eichhörnchen würde ihre Nahrung nicht verstecken, wenn es ihnen nichts Wert wäre.  Ja selbst das Verstecken signalisiert ja bereits, dass hier schon bei diesem kleinen Säuger die Reflektion vorhanden ist, dass es auch für andere von Wert sein könnte. Tatsächlich gibt es Interaktion des Scheinversteckens zwischen beobachtenden Raben und Eichhörnchen. Sprich eine Wahrnehmung der Art, ich weiß das du mich beobachtest, also tue ich so, dass ich es da verstecke und wenn du weg bist, dann verstecke ich es woanders, weil du nicht weißt, dass ich weiß. Natürlich würde unser Eichhörnchen das niemals so formulieren.

Manchmal habe ich allerdings das Gefühl, dass ein Großteil der Menschheit nicht intelligenter und denkfähiger ist, als jenes Eichhörnchen. Manches erscheint einem so, wie der Kampf um bloße Zahlen nach einem Aktion und Reaktionsmuster, welches in keinem Deut besser ist oder vielleicht sogar noch dümmer als das Handeln jenes Eichhörnchens. Die Gehaltsspiele, die in der Gesellschaft getrieben werden, dass das Rumfahren im Kreis mit Verbrennermotoren das millionfache Wert ist als das ehrenamtliche Fahren eines Rettungswagens, findet seinen Gipfel dann darin, wenn der Rennfahrer von der Rennstrecke von einem ehrenamtlichen Rettungswagenfahrer ins Krankenhaus gefahren wird.  Der eine bekommt wie gesagt 0 Cent und macht es freiwillig und der andere bekommt zur Belustigung der Zuschauer Millionen Euro. Das ganze nennen wir dann Wirtschaftskraft und wir haben kein Geld dafür den ehrenamtlichen Rettungssanitäter zu bezahlen. In der Wirtschaftsstatistik taucht der Sanitäter auch gar nicht auf und legale Steuerhinterziehung des Rennfahrers ist so wichtig, dass sich Monaco um seinen Wohnsitz mit Steuervergünstigungen buhlt oder der Kauf von Sachwerten über Steueroasen einer Leasinggesellschaft eher statistisch erfasst werden können. Die Zahlen verdecken hier Werte.

In der zehnten Klasse hatte ich einen Mathematiklehrer nach einem Schulwechsel, der laut seiner Aussage gemeinsam mit Otto Hahn im Kriegsgefangenenlager saß.  Ich denke, daß er meine Fragen nach Zahlen und Unendlichkeit und Null, deswegen nicht als bloßen Nonsens abtat und er hatte gar keine so schlechten Antworten. Die Größe der Unendlichkeit mit einer Linie die ich in unendliche viele Punkte teilen kann und die Fläche die ich in unendliche viele Linien teilen kann und den Raum, den ich dann in unendlich viele Flächen teilen kann, zu beantworten. Die Antwort würde ich heute  erweitern um die Antwort, dass der Raum unendlich viele Zeiten hat, aber wir nur in einer Raumzeit sind. Bei allen Unterteilungen, die wir ersinnen könnten, wären diese Unterteilungen immer noch innerhalb dessen, was ist und das was ist, gibt es nur ein einziges Mal. Selbst wenn es unendliche viele Parallelwelten gäbe, so gälte das auch für all diese Welten. Wir können nicht doppelt leben. Wir sind Gefangene unserer Zeit. Es gibt uns als Art nur einmal und es gibt keine zweite Menschheit. Es gibt darin auch keine zweite Chance. Wir haben als Menschheit nur einmal die Möglichkeit unsere Zukunft zu gestalten. Zahlen können dabei Hilfsmittel sein, aber siehe obigen Sanitäter, nur dann wenn sie richtig bezogen werden. Vom Wert her ist der Sanitäter dem Rennfahrer als Zahl jeweils eine 1 im Sinne von einem ungeteilten Menschen und jeder zugeordnete Gehaltswert ist falsch. Weder ist der Sanitäter 0 Euro wert noch ist der Rennfahrer Millionen wert.  Solange wir so mit Menschen umgehen, haben wir keinen Begriff von dem Einzelnen in unserer gesamten Menschheit. Aber auch die bloße Anzahl aller Menschen ist nicht unser Wert. Der Wert des Einzelnen ist ein sehr heikles Thema. Im salomonischen Urteil wird der Wert des Kindes dadurch ermittelt, das jene Mutter, die der Zweiteilung des Kindes zustimmt, was ja dessen Tod bedeutet, nicht die Mutter sein kann. Auf der anderen Seite, könnte das salomonische Urteil auch ein Fehlurteil sein, denn Mütter haben für ihren eigenen Nachwuchs ein feines Gespür. Die basedowsche Krankheit ist zum Teil genetisch bedingt und kann zu Psychosen führen.  Hinterher wurde ein Massenmörder durch das salomonische Urteil zur Erziehung durch die Nichtmutter erst ermöglicht. Niemand kennt auch den Namen des Soldaten, der Archimedes getötet hat. Es ist offensichtlich so, dass uns nicht jeder Mensch gleich viel Wert ist. Dennoch ist es die einzig mögliche vernünftige Setzung, denn der Wert für die Menschheit stellt sich manchmal erst nach einem gelebten Leben heraus. Auch das äußere Erscheinungsbild oder auch die körperlichen Fähigkeiten mögen nichts sagen und Denker wie Stephen Hawking hätten vor fünfhundert Jahren keine Chance gehabt.

Damit die Art unabhängig vom Raumschiff Erde wachsen könnte und die Anzahl beliebig steigt, müssten wir zum Beispiel auf dem Mond beweisen, daß wir ohne Nachschub von der Erde da draußen irgendwo überhaupt existieren könnten. Solange wir das nicht können, haben wir ein empfindliches sensibles Raumschiff, das wir pfleglich behandeln sollten. Aber das ist der Ölindustrie und den damit verbundenen Zahlenjägern relativ egal. Der Rennfahrer dreht lieber seine Runden und lässt sich im Zweifel vom Rettungssanitäter von der Straße kratzen. Die Gier nach der großen Zahl ist da unendlich. Der menschliche Wert und der Wert für die Menschheit ist aber stark zu bezweifeln.

Zahlen sind kein Wert.
Zahlen zählen.

Wert und Wert

Es muss die achte oder neunte Klasse am Gymnasium gewesen sein. Ich war mit vierzehn oder fünfzehn Jahren ein pubertierender Größenwahnsinniger. Thomas und ich wollten eine Zeitmaschine bauen inspiriert durch die unsinnigen Bücher eines Charles Berlitz wie Philadelphia Experiment.  Die Welt steht einem in diesem Alter auf eine Art und Weise offen und ist gleichzeitig auch verschlossen. Bücher von Erich von Däniken und Charles Berlitz sollten für diese Altersgruppe verboten werden. Glücklicherweise hatte ich auch noch Lateinlehrer wie Bodo Weidemann der mir Karl Marx zum Lesen gab. So betrachtet beschäftige ich mich mit Wert schon bald vierzig Jahre Sätze wie „Wir müssen nun zurückkommen auf den Ausdruck „Wert oder Preis der Arbeit“.“ habe ich damals sicherlich ganz anders verstanden als heute. In Maß und Wert schrieb ich ja, dass ich einem Professor dreißig Jahre später antwortete, dass ich es nicht wüsste. Tatsächlich ist die Antwort wahr und falsch zugleich. Vor zehn Jahren bin ich in meinem Wissen mehr oder weniger sprachlos geworden. Nicht weil ich nichts darüber gewusst hätte, sondern eher das Gegenteil davon. Und der Titel Wert und Wert hier muss verwirren. In den Diskussionen darüber wie die beschaffen sei und wie man eine Zeitmaschine bauen könnte, steigerten wir uns in die Physik hinein, wie es vielleicht nur pubertierende Jugendliche können. Die Relativität von Raum und Zeit von Einstein vollkommen missverstehend ernsthaft glaubend, das in die Tat umsetzen zu können. Und plötzlich meinten wir zu Dritt, den Punkt gefunden zu haben, an dem man die Welt aus den Angeln heben könnte.

Warum erzähle ich das, weil Wert eben nicht gleich Wert ist. Ich habe das Büchlein von Wittgenstein ganz anders gelesen und verstanden als Richard David Precht. Ich habe den Tractatus auch nie als Sackgasse verstanden wie Precht auf Seite 118 von „Wer bin ich – und wenn ja wie viele?“ schreibt. Wittgensteins Gedanken erklären immerhin für meine Begriffe, warum die Definition von Äther schon erklärt, warum der Äther niemals gefunden werden kann. Und möglicherweise ist manches wissenschaftliche Problem nur darauf zurückzuführen, dass wir einen falschen Begriff davon haben. Es ist nun leider nicht alles ausdrückbar. Und wenn die Geschichte der Wissenschaft eines zeigt, dann dass neues Wissen auch mit neuen Worten einhergeht. Was hätte Kant mit dem Wort Quant anfangen sollen?

Wenn ich heute sage, wir leben in einer Quantenwelt, dann kann ich dank Harald Lesch davon ausgehen, dass ein Großteil der Leser weiß, was damit gemeint ist, aber Kant hätte mit diesem Begriff gar nichts anfangen können. Diese Äußerung ist gleichzeitig auch ein Bekenntnis zu einem ganzen Wertesystem, sodass jedem Leser sofort klar ist, warum ich jenen Amerikaner der mit einer Rakete beweisen will, dass die Erde flach ist, für einen Trottel halte, doch in seinem biblischen Wertesystem von vor fünftausend Jahren scheint es für diesen Amerikaner wohl ein vernünftiger Zug.

Doch weil unsere Erkenntnis bei Weitem nicht alles erklären können, bleibt viel Raum für diverse Erfolgsrezepte wie jenem Wünschelrutengänger, der mit seinem Unternehmen gegen Geldzürückgarantie Brunnen bohrt. Vermutlich hat der Mann nur unglaublich viel Erfahrung im Unterbewusstsein gespeichert, wo Wasser gefunden werden kann und macht sich sein Unterbewußtsein nur über die Wünschelrute zugänglich wie das Pferd namens kluger Hans, das rechnen konnte, aber nur weil es den Pferdebesitzer lesen konnte.  Der Glaube versetzt da tatsächlich Berge. Das Placebo kann ja auch etwas bewirken.

Das wirklich Traurige an jenem Amerikaner, der mit einer Rakete die Flachheit der Erde beweisen will, ist, dass selbst wenn er sich alle Erkenntnisse dieser Welt angeeignet hätte, er feststellen müsste, dass da noch so irrsinnig viel bleibt, an dass man glauben muss. Ein Menschenleben langt nicht aus um alle Erkenntnisse zu überprüfen. Und wenn wir zum Wert kommen, dann wird er uns schon in die Wiege gelegt. Wir sind in ein Wertesystem hineingeboren. Es lässt sich als Einzelner auch gar nicht ändern. Das die Kinder von Karl Marx verhungert sind, halte ich dabei für keinen Zufall. Vermutlich machen sich gerade diejenigen, die am meisten unter dem jeweiligen Wertesystem zu leiden haben, mehr Gedanken darüber, als jene, denen es unter dem Wertesystem gut geht.

Da wir gerade auf Weihnachten zugehen, darf an den pilgernden Philosophen und Denker Jeshua von Nazareth erinnert werden. Wahrscheinlich ist kein Philosoph so missbraucht worden wie er. Bezeichnend auch, dass er ebenso wie Sokrates von dritter Hand überliefert ist. Tatsächlich könnte man sagen Marx hat beim Wert der Arbeit von Jeshua teilweise abgeschrieben. „Der Arbeiter ist wert seiner Zehr“ (Neues Testament nach Fridolin Stier Mt. 10,10)

Tatsächlich habe ich das Gefühl, dass viele Namen die im Munde geführt werden, gar nicht gelesen werden. Beim Tractatus wäre es nicht wirklich schwer, wobei natürlich der Inhalt um so schwerer wiegt, aber das Original zu lesen statt die fünfzigtausend Interpretationen, könnte jedem gelingen, der Deutsch lesen kann. Bei Immanuel Kant schaut das leider schon anders aus. Ich habe mich dreimal durch Kritik der reinen Vernunft durchgequält und halte ihn immer noch für eine Qual. Popper ist lesbar aber irgendwie langweilig und trivial, ich persönlich halte ihn für total überschätzt. Das ist dann halt mein Wertesystem und meine Meinung ist garantiert falsch. Es ist nur für mich wahr. Was Werte anbelangt halte ich Hannah Arendt für grundlegend. Doch die in den Menschenrechten formulierten Werte sind ja heutzutage nur noch im Mund geführt wie Jeshua aber kein Gegenstand der praktischen Politik.

Ich vermute, dass Worte mit ihrem Gebrauch ihren Wert verlieren. Das Axiom ist ja eigentlich der Wert, aber eben heute Gegenstand der Logik und Mathematik, wobei die Logik ja eigentlich das Wort ist. Freges Grammatik ist sozusagen nur ein billiger Abklatsch unserer natürlichen Grammatik. Und selbst wenn wir Sprache vollkommen in mathematischen Strukturen so beschreiben könnten, dass alle Sprachen in alle anderen Sprachen beliebig übersetzt werden könnten, würde der Interpret immer noch fehlen. Das mag schon an value und worth deutlich werden, die beides Wert bedeuten. Nicht umsonst wandert dann die Gestalt in Form der Gestalttherapie in das Englische.

Unsere Sprache ist bereits wertegebend, dass Zwitter nicht nur lange kein Existenzrecht hatten und in Mann und Frau sogar chirurgisch geformt wurden, sondern jede Ansprache die mit „Sehr geehrte Damen und Herren,“ beginnt, sie nicht kennt. Es genügt nicht nur davon zu wissen, sondern dieses Wissen ist erst dann wirklich angekommen, wenn es eine sprachliche Repräsentanz kennt. Genauso wäre das menschliche Existenzrecht nur vollkommen anerkannt, wenn es sowas wie ein bedingungsloses Grundeinkommen gäbe. Werte sind nicht einfach so. Werte sind Entscheidungen. Werte sind auch kein Gegenstand hohler Predigen. Und Werte werden schon gar nicht mehr an Universitäten unterrichtet. Werte sind da eher nur noch ein Zahlenwert und Zuordnungspaare zu Realitäten. Das wir uns zum Teil aber diese Wirklichkeit in unserer Sprache auch selbst erschaffen und damit auch uns selbst gestalten, vermute ich, ist auch an Universitäten nicht verstanden. Wert und Wert sind also verschieden, das hängt von der Perspektive und von dem Verständnis ab. Der Artikel hat schon wieder über tausend Worte, also ab zum nächsten Artikel.

Sprache setzt Werte.
Werte sind Entscheidungen.

Wert und Urteil

Ohne Wert haben wir kein Maß. ist ein Satz. Er setzt voraus, dass der Interpret weiß, was ein Maß ist und eine Vorstellung hat, was Wert sein soll. Noch schlimmer, wenn die Hirnforscher recht haben sind noch bevor der Satz bewusst wahrgenommen worden ist, sehr viele Urteile gefällt worden. Kognitionspsychologisch ordnet der Urteilende einem Urteilsobjekt (wie zum Beispiel „Ohne Wert“) einen Wert auf einer Urteilsdimension zu. Logisch wird das Urteil mit der Bewertung dieses Gehalts identifiziert. Praktisch ist es die Entscheidung. Ein Affe der von Baum zu Baum hangelt, wird automatisch beurteilen, ob der nächste Ast, den er greifen will, sein Gewicht trägt oder nicht. Ein Fehlurteil könnte tödlich enden. Der Affe wird dazu weder physikalische Berechnungen heranziehen noch wird er lange Denkprozesse dazu starten. Ein Großteil davon wird so ablaufen, wie ich hier schreibe. Ich denke nicht darüber nach, welche Taste ich drücke. Ich habe mit Erfahrung und Training Zehnfingerblindschreiben gelernt und die Tastendrücke sind in Fleisch und Blut übergegangen.  Ein Tippfehler mag dabei noch kein Fehlurteil sein. Aber dennoch ist es ein hochkomplexer Prozess, das Wort Wert schließlich zu schreiben. Glaube ich der Hirnforschung, dann sind die Urteile, welche Worte hier in die Maschine fließen schon weit vorher in meinem Unterbewußtsein gefällt worden, noch bevor ich weiß, dass ich sie schreiben werde.

Aber auch umgekehrt gilt das für den Leser dieser Zeilen. Noch bevor er „Ohne Wert ist kein Maß“ gelesen hat, könnte er aufgrund der Vorprägung auch gelesen haben „Ohne Wert haben wir kein Maß“ was aufgrund der Buchstabenanzahl unwahrscheinlich ist.  Aber es gibt ja so schöne Sachen wie „Ohen Wret heban wir kien Maß“ welches lesbar bleibt, wenn gewisse Regeln eingehalten werden. Wenn wir einen Sinn sehen wollen, dann werden wir auch in dem Sinnlosen einen Sinn erkennen. Ob etwas wertvoll ist oder nicht, hängt nicht davon ab, ob es objektiv etwas von Wert ist, sondern einzig und allein davon, ob wir die Entscheidung treffen, dass es wertvoll ist. Ich könnte eine Tonne Gold in die Wüste stellen, die nur nach zwei Tagesmärschen ohne Wasser zu erreichen wäre und daneben eine Flasche Wasser. Das Wasser wäre für den Verdurstenden mehr Wert als die gesamte Tonne Gold, vielleicht würde der Verdurstende sogar das Gold erst wahrnehmen, wenn er ein Schluck Wasser getrunken hat.

Es wird häufig behauptet, diese Form der Urteile seien keine Urteile sondern Vorurteile. Es wäre eine bloße Meinung, die nicht fundiert ist. Im Sinne des reflektierenden und denkenden Menschen mag das auf der einen Seite schon stimmen, aber auf der anderen Seite wäre der Mensch schon im Affenzeitalter ausgestorben, wenn die Evolution nicht für fundierte Urteile gesorgt hätte. Da mag der Riss im Ast bewusst gar nicht wahrgenommen worden sein und die Hand des Affen nur aus Gefühl zu dem benachbarten Ast gegriffen haben, weil das Unterbewußtsein eben schneller im Urteil war. Es wäre für mich überaus mühsam für jeden Buchstaben, den ich hier tippe mir vorher ein konkretes bewusstes Urteil mit allen Vor- und Nachteilen zu bilden und jeden Buchstaben bewusst zu drücken. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass dieser Text willkürlich entsteht und nur die zufällige Anordnung von einem vor der Schreibmaschine sitzenden Affen ist, die rein zufällig Sinn ergeben. Wobei ja mal so ein Schimpanse mit Dartpfeilen auf Börsenpapiere werfend gegen einen Börsenmakler mit hochkomplexen mathematischen Modellen im Wertdepotgewinn gewonnen haben soll, sprich nicht auszuschließen ist, dass ein Schimpanse per Zufall etwas sinnvolleres schreibt als ich.

Wenn das Urteil als Entscheidung nun so situationsabhängig und scheinbar fast willkürlich ist, dann scheint es fast unmöglich einen objektiven Wert zu haben. Denn das Urteil entsteht ja bereits durch das Bewerten. Vielleicht ist es ja eine Willkür, dass es uns gibt. Sozusagen ein Scherz der Evolution den Affen mit mehr Hirn als er benötigt auszustatten. Dieser Scherz könnte sich allerdings auch bald erledigt haben, wenn wir nicht fähig sind uns selbst als etwas Erhaltenswertes zu betrachten. Dieses Urteil ist aus rein artspezifischer Sicht für uns objektiv. Den Begriff Objektivität gibt es außerhalb unserer Art gar nicht. Jede Argumentation, die anführt, dass der Mensch objektiv nicht die Krone der Schöpfung ist, vergisst, dass nur der Mensch das behaupten kann. Eine Kommunikation über die Artengrenze hinaus mit Delphinen über so abstrakte Begriffe ist uns nicht gelungen und wird wohl auch in absehbarer Zeit nicht gelingen. Sollte es uns gelingen, können wir gerne nochmal darüber mit den Delphinen philosophieren. Bis dahin ist es unser Wert und es sind unsere Werte. Wir sind auch dann der Mittelpunkt der Welt, wenn wir am Rande des Universums für nur eine Millisekunde existierten. Der Mensch als Einzelner als auch die gesamte Menschheit ist als Wert nicht verhandelbar. Selbstverständlich ist das ein willkürliches Urteil. Es ist aber das einzig vernünftige Urteil aus menschlicher Sicht und wir haben keine andere Sicht als die menschliche, wir können keine Fledermaus sein und auch kein Delphin. Wir sind das was wir sind. Und wir sind weder die Maschine des Rene Descartes noch sind wir die Biocomputer der Neuzeit, selbst wenn die Hirnforscher unser Gehirn entschlüsseln sollten und die physikalischen Prozesse dahinter vollständig verstanden hätten, könnten sie nicht erklären, warum das nicht schon Sokrates hätte tun sollen. Sie selbst müssten zugestehen, dass diese Erklärung nur erfolgen konnte, weil sie auf das Wissen längst verstorbener Menschen zurückgreifen konnten. Sprich die Biologie nur einen klitzekleinen Anteil unserer heutigen Existenz ausmacht. In den letzten vierhundert Jahren dürfte sich rein biologisch an uns nicht viel verändert haben.

Werte sind Entscheidungen.
Urteile sind Entscheidungen.

Ohne Entscheidung gibt es kein Urteil.
Ohne Urteil gibt es keinen Wert.

Wir und Wahrheit

Ich kann nur etwas diskutieren, wofür ich ein Argument habe. Sokrates hätte nicht mit Kepler-11f argumentieren können, da er keinerlei Begriff davon gehabt hätte, ebenso wäre es nicht kritisierbar gewesen, obwohl es Kepler-11f gegeben hat, vorausgesetzt, dass was wir heute als Kepler-11f existiert. Denn das was wir heute beobachten ist das Licht aus sokratischer Zeit. Wenn wir heute Kepler-11f indirekt beobachten und für wahr betrachten, dann betrachten wir nicht das heutige Phänomen, Kepler-11f könnte in die Sonne gestürzt sein, das würden wir aber erst in 2000 Jahren beobachten können, wenn das heute passieren würde. Ob Kepler-11f existiert oder nicht existiert können wir nicht feststellen. Die Aussage, daß wir Kepler-11f entdeckt haben, ist nur insofern wahr, daß wir einen Planeten entdeckt haben, der vor 2000 Jahren existierte und über den Sokrates hätte diskutieren können, ob er jetzt noch existiert, wissen wir in 2000 Jahren. Es passt aber nicht ganz in unsere heutigen Entscheidungen so zu denken. Würden wir so denken, wäre uns die Unwichtigkeit von Kepler-11f bewusst. Forschungsgelder für solche Projekte wären aber dann für die Wissenschaftler, die solcherlei Entdeckungen machen, schwierig zu gewinnen. Da Keppler-11f dem Prinzip gehorcht, daß Experimente, Messungen, Beobachtungen wiederholbar sein müssen, betrachten wir das dann als Wahrheit und Erkenntnis und obwohl wir auch wissen, dass Meteoriten Planeten zerschlagen können, gehen wir von einer Konstanz der Natur aus und sprechen von Kepler-11f so, als ob er existierte. Unter diesem Paradigma hat dann New York vor 2000 Jahren auch schon existiert und die Mayas sind nicht untergegangen.

Wir haben unsere Gegenwart und unser Handeln noch nicht einmal annähernd verstanden und sind in unserem Unverstand dabei uns selbst zu vernichten, wäre da nicht sinnvoller mehr Zeit in die Unterrichtung und Diskurs mit anderen Menschen zu stecken, als in die Entdeckung von Kepler-11f. Auf der Suche nach der Wahrheit landete Harald Lesch dann im Fernsehen und vielleicht ist das dann wirklich gut. Wahrheit ist keine Frage des Diskurses. Es gibt grundlegende Erkenntnis, die meines Erachtens nicht hintergehbar sind. „Wir sind.“ könnte ich nur dann bestreiten, wenn ich ein Solipzist der übelsten Sorte wäre, der noch nicht mal seine Spaltung in Ich und Nichtich in seiner eigenen Sprache anerkennen dürfte. Mit Vernunft hätte so ein solipzistischer Standpunkt nichts mehr zu tun.

Ich hatte ja schon mehrmals geschrieben, dass alle Aussagen zunächst einmal wahr sein müssen, damit sie falsch sein können.  Kepler-11f ist in diesem Sinne wahr. Es ist hierin allerdings genauso wahr wie ein rosarotes Einhorn. Was wir unter Wahrheit dann verstehen ist das Urteil über unsere Aussagen. Jetzt in dieser Sekunde kann ich weder das rosarote Einhorn beweisen noch Kepler-11f. Dennoch habe ich ein anderes Urteil über Kepler-11f, da dessen Messbarkeit seine Existenz vor 2000 Jahren vermuten lässt. Das rosarote Einhorn kann ich auch als politisches Symbol betrachten für ein bisschen mehr Flausch. Würde ich das rosarote Einhorn aber als physikalisch messbares Objekt betrachten existiert es nicht. Spannend dabei ist aber auch, ob Kepler-11f jetzt existiert, kann genauso wenig irgendjemand beweisen.

Das Higgsboson hat dann mehr Wahrheit als Kepler-11f, aber wenn wir ehrlich sind, wer stellt sich schon ein CERN in den Vorgarten um das Experiment nachzuvollziehen. 99,9% der Menschheit sind da auf die Priester der Physik angewiesen um die Wahrheit des Higgsboson zu glauben oder nicht zu glauben. Alan Sokal macht sich über die Philosophen lustig, weil er an seine messbaren Objekte glaubt. Er ist sich gar nicht bewusst, wieviel Glauben in seinem Denken steckt. Für Ihn gibt es wahr und falsch in einer Selbstverständlichkeit, die so gar nicht existiert. Er meint sprechen zu können und selbstverständlich ist es möglich zu lügen. Sokal führt uns quasi vor Augen, wie sehr wir den Boden unter den Füßen verloren haben. Also klammern wir uns an das Messbare wie Keppler-11f ohne dabei überhaupt noch zu wissen, was wir da aus welchem Grund heraus treiben. Wir messen damit nicht die Existenz von Keppler-11f jetzt hier und heute.  „Zum Kontakt mit dem Gegenstand hat Popper keine spezifischen Uberlegungen. Experimente, Messungen, Beobachtungen müssen wiederholbar sein.“ sagt Harald R. Wohlrapp in seiner Habilitationsschrift. Somit scheint es, als ob ein wahres Urteil nur dann wahr sein könnte, wenn es messbar ist. Hierbei bleibt aber vollkommen unberücksichtigt, dass nur dann etwas messbar ist, wenn ich vorher schon eine Bedeutung habe. Ein hypothetisches Medium für die Ausbreitung des Lichts im Vakuum genannt Äther kann ich nicht messen. Wobei dann schon die spannende Frage wäre, was meine ich eigentlich mit Medium und was genau soll ein Vakuum sein. Es ist ja nicht so, dass sich der Materiebegriff in den letzten hundert Jahren nicht verändert hätte. Wenn Vakuum nämlich definiert ist als Abwesenheit von Materie in einem Raum und Medium als eben jene Materie, dann ist die Definition Äther schon in sich ein logischer Widerspruch. Die Herstellung des Vakuums verlangt ja dann, dass keine Materie anwesend ist und nachdem das gelungen ist, wollte ich dann Materie darin messen. Gelingt mir das, dass ich Materie darin messe, dann ist ja noch kein Vakuum. Wenn nun Licht ein Teilchen wäre, dann wäre es auch Materie und wenn ich Licht im Vakuum dann messe, dann wäre es kein vollkommenes Vakuum, weil ja immer noch ein Teilchen vorhanden wäre. Folglich müsste ich dann sagen, im vollkommenen Vakuum kann sich kein Licht ausbreiten, weil es dann kein Vakuum mehr wäre.  Ein Physiker könnte aber so nicht arbeiten. Er hatte eine ganz andere Vorstellung davon, was er suchte, als er den Äther suchte.  Für den Physiker hat das, was er misst Bedeutung und wenn es keine Bedeutung für ihn hat, dann kann er es auch nicht suchen. Seine Erkenntnisse sind auf das positiv Sagbare beschränkt und deswegen lautet die Schlagzeile dann auch das Keppler-11f entdeckt ist, obwohl es richtiger wäre zu sagen, Sokrates hätte über Kepler-11f diskutieren können, wenn er denn gewusst hätte, dass es den Planeten gibt, über den heutigen Zustand des Planeten können wir leider nichts sagen. Was wir aber sagen können ist: „Wir sind jene Wesen die Keppler-11f gemessen haben.“

Jede Aussage ist wahr.
„Falsch“ ist lediglich ein Urteil über Aussagen.
Mit wahren Aussagen meinen wir ein Urteil, in der Beurteilung zwischen wahr und falsch.
Ein Urteil ist nur möglich, wenn wir unterscheiden können.
Das Wahre ist der Name für Alles, wenn kein Unterschied mehr besteht.
Das Falsche ist ein Name für Nichts, wenn kein Unterschied feststellbar ist.

Es macht aber nun einen Unterschied, ob wir existieren oder nicht existieren.  Wer ernsthaft bezweifeln will, dass „Wir sind.“ kann getrost aus dem Diskurs aussteigen, denn er gehört ja dann nicht zur Menschheit. Wir können getrost für uns feststellen, dass wir sind und dass wir diese Wahrheit akzeptieren. Unsere Aussagen sind für uns wahr und nicht beliebig. Die Beliebigkeit liegt höchstens in den Einzelaussagen einzelner Mitglieder des Wir.

Die Wahrheit ist eine Aussage.
Die Lüge ist eine Falschaussage.
Der Irrtum ist eine falsche Aussage.

Was auch festgestellt werden kann, wird auch festgestellt. Wir können letztlich gar nicht schweigen. Der Unterschied zwischen Sokrates und uns liegt doch nur darin, dass wir in der Tradition mehr Argumente haben, in dem Ringen darum, was wir als wahr erachten, hat sich nichts geändert. Wenn wir das aber nicht Leuten wie jenem Amerikaner  mit seiner Rakete vermitteln können, der mit einer Rakete beweisen will, dass die Erde flach ist, dann sind wir nur eine bewußtlose Funktion der Evolution, die ihren Untergang letztlich verdient hat.

 

 

 

Menschheit und Sein

„Ich will…“ begann ich in Maß und Wert und so leicht es ist, mich selbst als etwas Seiendes anzusehen, das wenn auch eine suchtgetriebene Bewegung hat. In Sein und Nichts äußerte ich die Hypothese „Nähmen wir an, ich selbst wäre alles was existiert“ so wüsste ich dennoch, dass diese Hypothese falsch ist und sei es nur in dem Sinne, dass ich mich zwischen Nichtich und ich gespalten habe und ein „Du“ als ein Nichtich definiert ist. Ich wäre also auch dann von mir getrennt, selbst wenn alles was ist nur ich wäre und sonst nichts. Es ist keine vernünftige Annahme, sich als alles was es gibt anzusehen, dennoch befürchte ich, dass so mancher Mörder keine andere Perspektive hat, außer vielleicht dem Selbstmörder, der sich konsequenterweise dann auch sich selbst und nicht den anderen tötet.

Wenn du als der Leser und ich die einzigen in unserer Welt wären, dann wären wir die Menschheit. Doch ich weiß, dass es aus Dir und mir mindestens einen weiteren Menschen gibt, der das liest. Du müsstest also mir schon vertrauen, daß wir mindestens zu Dritt sind. Wenn dann Bernhard Qualität und Quantität kommentiert, müssten wir also schon annehmen, daß wir zu Viert sind, es sei denn ich hätte all das erfunden und spräche also nur mit mir selbst, das würde aber für Dich dann genauso gelten und wenn Du mir widersprichst, widersprichst Du Dir selbst. Es ist also eine überaus vernünftige Annahme, dass wir beide sind und darüber hinaus noch viele weitere. Das wir uns nicht selbst erdacht haben, sondern unser Denken selbst von anderen geprägt ist. Die Prägung schon dadurch erfolgt, welche Sprache unsere Mutter zufällig spricht. Und wenn Du jetzt zufällig einer meiner Geschwister bist, es sehr schwer anzunehmen ist, das wir unterschiedliche Mütter haben.. Wir gehen heute davon aus, dass das, was wir als Mensch bezeichnen, einen gemeinsamen Ursprung hat und wir alle die Nachfahren dieser Entwicklung sind. Das ist in gewisser Hinsicht die physische Basis auf der unser Geist steht. Es ist nicht auszuschließen, dass sich die Menschheit gespalten hat, in diejenigen, die wie Affen dahin vegetieren und nicht nach Erkenntnis streben und jene, die sich danach Strecken immer weitere Erkenntnis auf der Basis ihrer Vorfahren zu erringen. Die Affen suchen aber lieber nach Nüssen oder Bohren nach Öl.

Werte interessieren schon alleine deswegen nicht, weil sie den Affen daran hindern Nüsse zu sammeln oder nach Öl zu bohren. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn der Mensch in einem System von Hasen und Füchsen bewegen würde, wo zu viele Hasen mehr Nahrung für die Füchse bedeutet. Möglicherweise sind zwar Einzelne von uns zum Denken fähig und mögen erkannt haben, dass wir nicht nur der Mittelpunkt unserer Welt sind, sondern in biblischen Worten die Krone der Schöpfung, aber diese Einzelnen mögen dann den Untergang ihrer Art beobachten, weil die Art als sie kein natürliches Gegengewicht mehr hatte, in ihrer Gier sich selbst vernichtete.

Es ist eine vernünftige Annahme, dass es die Menschheit gibt. Es ist allerdings ungewiss, ob die Menschheit als Ganzes vernunftbegabt ist oder nicht doch eine Funktion der Natur, die sich ohne Gegengewicht selbst erledigt. Damit ist dieses Geschreibsel hier aber nur das wertlose Gelaber einer untergehenden Spezies und ohne Wert.

Glaube ich nun, dass dies hier wertlos ist? In gewisser Hinsicht schon, denn wenn ich mir den Erfolg von Akif Pirincis Büchern anschaue, dann weiß ich ja auf welchen glorreichen Unsinn zumindest das deutsche Publikum steht. Unreflektiertes moralloses Gewäsch in starker schöner Sprache ist weit erfolgreicher. Vermutlich sieht es in anderen Sprachen dieser Welt nicht anders aus, nur würden meine Leidensgenossen gar nicht übersetzt und ich würde von ihnen gar keine Kenntnis erhalten. Möglicherweise jammert ja ein Chinese genauso wie ich irgendwo im Hinterstübchen über den Zustand der Menschheit in seinem sein, im Gegensatz zu mir würde er es im represiven System noch nicht einmal veröffentlichen. Marx oder Feuerbach hätten ohne ensprechende Sponsoren gar nicht überlebt, drei Kinder von Karl Marx sind gar verhungert. Wenn dann die Wirtschaftswissenschaftler bei besseren Gehalt den guten Karl Marx lehren, damit die Affen besser nach Öl bohren können und es besser vermarkten können, dann ist das keine Ironie der Menschheitsgeschichte, dann ist das eigentlich schon Sarkasmus.Doch manche Diskussionen und Erkenntnisse sind so uralt, wie Plutarchs Gemeckere „Viele greifen zu verderblichen Arzneien gleich den unzüchtigen Weibern, die, um die Wollust ununterbrochen zu genießen, Abtreibungsmittel gebrauchen“, daß ein „Darum kann es auch keine Sätze der Ethik geben. Sätze können nichts Höheres ausdrücken.“ (TLP 6.42) einem zwangsläufig richtig erscheinen muß. Derweil müsste es gar nichts Höheres sein. Es müsste ja nur die Annahme sein, dass die Menschheit ist und ein Recht zur Existenz hat. Wir alle also uns gegenseitig in unserer Existenz anerkennen und unseren eigenen Erhalt als logisch vernünftigen Grund respektieren. Wäre dem so hätten die Kinder von Karl Marx nicht verhungern lassen, aber möglicherweise waren wir vor 200 Jahren tatsächlich noch nicht dazu fähig. Heute wären wir fähig, aber wir sind nicht willig.

Eher töten wir ein paar Menschen für ein paar Blutdiamanten, damit die US-Milliardärsgattin schön geschmückt ist, als dass wir jeden Menschen in seinem Existenzrecht anerkennen und damit auch die Menschheit an sich. Möglicherweise ist der schöne Diamant dann noch mit Öl bezahlt, den wir dann in unseren Autos verbrennen und Wehe jemand klaut dem Deutschen sein Auto, da sei Akif Pirinçci vor.

Ich sehe schon der Artikel über Menschheit und Sein wird ein Rant über die Menschheit und ich reihe mich in sumerische Tontafeln ein, die beim Nachdenken über ihre eigenen Zeitgenossen über den Verfall der Sitten beklagten. Selbstverständlich ist die Menschheit, so wie sie ist. Die Welt ist da alles, was der Fall ist, und in der Gesamtheit der Tatsachen sind wir. Das Wir tritt in die Philosophie dadurch ein, dass die Welt unsere Welt ist. Es ist nicht meine Welt und es ist auch nicht Deine Welt. Es ist unserer aller Welt. Wenn zwei Philosophen sich streiten und bekriegen, beleuchten sie nur die unterschiedlichen Perspektiven unserer gemeinsamen Welt. Alle Aussagen sind zunächst einmal wahr, bevor sie überhaupt als falsch beurteilt werden können. Falsch ist hierbei eine Interpretation der Wahrheit. Das Falsche bewegt sich auf das Nichtsein zu, wie das Wahre sich auf das Sein, aber letztlich ist Sein der Name für das Nichts, wenn kein Unterschied mehr besteht. Aber es wird dadurch nicht alles unterschiedslos oder wertlos und schon gar nicht beliebig. Die Vergangenheit bestimmt dabei die Zukunft, sonst hätte man schon vor zweitausend Jahren Computer gebaut, die Physik hat sich in diesen zweitausend Jahren nicht verändert, hätte sie das, dann wären auch all unsere Erkenntnisse über weit entfernte Galaxien falsch, denn die Botschafter, die wir heute am Himmel sehen, sind teilweise älter. Wenn wir sagen das Kepler-11f zwischen 1,1 bis 4,5 Erdmassen hat, dann sagen wir das aus der Gewissheit heraus, dass vor 2000 Jahren dieselbe Physik herrschte, dennoch hätten die alten Römer keine Chance gehabt, etwas über Kepler-11f zu wissen, aber unserer Erkenntnis nach haben sich nur unsere Erkenntnisse verbessert und wir verändern damit auch unsere Welt. Doch wir können diese Erkenntnisse gar nicht mehr bewältigen und verarbeiten sie als Menschheit auch nicht. Einige Menschen stecken noch in Weltbildern von vor 2000 Jahren fest, wohingegen andere in Traumwelten schwelgen mit Raumschiffen zu Keppler-11f fliegen zu wollen. Beide Ansichten sind gleich irrsinnig. Wie komplett irrsinnig wir in unser Technikgetriebenheit geworden sind, mag der Amerikaner verdeutlichen, der für sowas, dass die Erde eine Scheibe ist, auch noch Resourcen verschwendet. Das trägt zu unserem Sein und zu dem was die Menschheit ist gar nichts bei. Es beweist höchstens, dass wir frei sind und uns auch vernichten können.

Wir sind nicht mehr, wenn wir nicht sind.

Wir sind.

Wert und Menschheit

Die Deklaration der Menschenrechte ist heutzutage ein ziemlich unbeachtetes Werk. Der verlinkte Text war der Versuch es etwas geschlechtsneutraler zu gestalten. und dabei den Inhalt des Originals soweit als möglich zu behalten. Aber auch das Original schreibt „Wert der menschlichen Person“ bzw “ worth of the human person“. Das Deutsche kennt nur ein Wort für Wert wohingegen das Englische die Unterscheidung trifft.  Der Wert der menschlichen Person ist nicht seine Anzahl, dann stünde dort „value“. Andererseits wird im Englischen auch von „intrinsic value“ als innerer Wert gesprochen und ebenso von „intrinsic worth“. Wo dort der Unterschied im Englischen genau gemacht wird, ist mir nicht klar. Sätze wie  „Intrinsic value has traditionally been thought to lie at the heart of ethics. „  lesen sich wie der Wert im Deutschen, aber „value of number“ ist wohl eindeutig die Ziffer wohingegen „worth of number“ der Wert der Zahlen als solches wäre.  Mag sein, dass eine Einigung auf Werte der Menschheit, schon daran scheitert, daß wir alle nicht die gleiche Sprache sprechen und ein Teil unserer Werte bereits in der Sprache verankert sind. „Die stillschweigenden Abmachungen zum Verständnis der Umgangssprache sind enorm kompliziert.“  davor sagt Ludwig Wittgendstein in 4.002 im TLP  „Der Mensch besitzt die Fähigkeit Sprachen zu bauen, womit sich jeder Sinn ausdrücken lässt, ohne eine Ahnung davon zu haben, wie und was jedes Wort bedeutet. – Wie man auch spricht, ohne zu wissen, wie die einzelnen Laute hervorgebracht werden. “

Die Summe aller menschlichen Werte vom Massenmörder bis zum Heiligen, vom Wissenschaflter bis zum Esoteriker, vom Dummkopf bis zum Denker, vom Neugeborenen bis zum Altersdementen, ist letztlich alles was uns aus macht. Jeder Gedanke der gedacht wurde und jede Sprache die geschaffen wurde, jede Tat die begangen wurde und noch begangen wird sowie alle unterschiedlichen Bewegungen innerhalb einer Menschheit, kann die Menschheit selbst nicht überschreiten. All das ist wertlos und ohne Wert, wenn es die Menschheit nicht mehr gibt.

Es gibt einen grundlegenden Wert, der nicht hintergangen werden kann. Selbst der Massenmörder ist nicht mehr existent, wenn er alle Menschen und die gesamte Menschheit mordet. Selbst der Massenmörder braucht den Menschen mindestens als Opfer. Selbstverständlich ist das eine reductio ad absurdum, die aufzeigen soll, dass die Menschheit als solches als Wert nicht hintergangen werden kann.

Ohne Wert haben wir kein Maß , doch wenn wir die Menschheit als Wert an sich anerkennen, haben wir mindestens einen Wert, doch könnte es den Anschein haben, dass dem einzelnen Menschen die Menschheit völlig egal ist. So wie der Mörder den Wert des Lebens des anderen Menschen nicht schätzt, oder Ölkonzerne als Menschengruppe darauf pfeiffen, was mit dem geförderten Öl passiert, Hauptsache es steigert ihren persönlichen Gewinn, ist die Menschheit kein allgemein anerkannter Wert. Es bliebe nicht folgenlos, wenn aus der Perspektive der Menschheit als Existenz aller, gedacht würde.  Wenn ein Schiff Leck schlägt, dann kümmert sich die gesamte Mannschaft darum, dass das Schiff nicht untergeht und kann vielleicht danach wieder an Meuterei denken.  So wie Wasser in das Schiff eindringt, verändert sich die Atmosphäre des Raumschiffs Erde und der Natur ist es sehr egal, ob die Mannschaft ersäuft oder nicht. Ölkonzerne sind quasi Mannschaftsanteile, die beim sinkenden Schiff, das Leck noch größer machen oder einfach mal den Eimer nehmen und vom Meer das Wasser in das Schiff kippen, statt es aus dem Schiff zu befördern. Die Menschheit ist ihnen egal. Bei unserer Art des Wirtschaftens haben wir ja auch keinen Kapitän mehr, der ihnen das verbietet. Wir applaudieren ja noch der Wirtschaftskraft. Wir haben die Werte für beliebig erklärt und feiern unsere Beliebigkeit.

Für die Vielfalt der Pflanzen mag es sogar besser sein, wenn der Mensch verschwindet, nur hat das Wort besser dann gar keinen Wert mehr.  Wittgenstein irrt, wenn er sagt „Der Sinn der Welt muss außerhalb ihrer liegen. In der Welt ist alles, wie es ist, und geschieht alles, wie es geschieht; es gibt in ihr keinen Wert – und wenn es ihn gäbe, so hätte er keinen Wert. „, denn der Satz selbst wird sinnlos und wertlos, wenn es nicht mindestens einen Menschen gibt, der ihn zumindest zu sich selbst in seiner Welt sagt. Es ist nicht so, dass die Menschheit keinen Wert hat, sondern die Menschheit kann einen Wittgenstein nur hervorbringen, wenn andere vorher nicht schon gedacht hätten und er nicht Kant und andere gelesen hätte. Es ist zwar alles wie es ist, aber es wäre nicht so, wenn wir nicht sind. So wie ich denke oder erkenne und somit also bin, sind wir diejenigen, die wir sind. Das Einzelwesen an sich mag da beschränkt sein und ich habe keinen Zweifel daran, dass Leonardo da Vinci einen Computer gebaut hätte, wenn genügend Vorwissen zu seiner Zeit vorhanden gewesen wäre. Konrad Zuse hätte den Computer wohl auch nicht gebaut, wenn es nicht vorher schon Lochkarten gesteuerte Webstühle gegeben hätte.. Ohne all dies, was wir sind und was wir denken, läge dieser Text vielleicht handschriftlich in der Schublade oder würde vielleicht sogar nie geschrieben.

„In der Welt ist alles, wie es ist, und geschieht alles, wie es geschieht; es gibt in ihr keinen Wert.“ wäre wahr, wenn es keine Sprecher gäbe und wir außerhalb des Menschen irgendetwas sagen könnten, aber wir sind es selbst, die diesen Satz sagen und ohne uns ist dieser Satz nicht. Wenn wir also Wissen übernehmen und Erkenntnis annehmen, müssen wir anerkennen, dass es uns gibt. Schon seit ca. dreihundert Jahren sind wir nicht mehr fähig all unsere Erkenntnisse in einem einzigen Gehirn zu versammeln. Wir müssen darauf vertrauen, dass die Erkenntnisse eines anderen von Wert sind.

Wie es ist, ist nicht einfach so.
Was geschieht, geschieht nicht einfach.
Wir sind ein Wert.

Wert und Mittelpunkt

In dieser Artikelreihe, die mal mit Maß und Wert begann, hatte ich im Kopf diesen Artikel „Den Mittelpunkt der Welt“ zu nennen, doch letztlich entschied ich mich dazu, daß bisherige Schema nicht zu verlassen. „Die Logik der Welt, die die Sätze der Logik in den Tautologien zeigen, zeigt die Mathematik in den Gleichungen. “ (Ludwig Wittgenstein, TLP 6.22) und somit kommt Wittgenstein zu dem Schluss „Der Sinn der Welt muss außerhalb ihrer liegen. In der Welt ist alles, wie es ist, und geschieht alles, wie es geschieht; es gibt in ihr keinen Wert – und wenn es ihn gäbe, so hätte er keinen Wert.“ (6.41 ebd.) und noch weiter  „Darum kann es auch keine Sätze der Ethik geben.“ (6.42), weil seine Werte eigentlich Maße sind.

Unter dieser Prämisse muss zwangsläufig folgen „Die richtige Methode der Philosophie wäre eigentlich die: Nichts zu sagen, als was sich sagen lässt, also Sätze der Naturwissenschaft – also etwas, was mit Philosophie nichts zu tun hat -, und dann immer, wenn ein anderer etwas Metaphysisches sagen wollte, ihm nachzuweisen, dass er gewissen Zeichen in seinen Sätzen keine Bedeutung gegeben hat. Diese Methode wäre für den anderen unbefriedigend – er hätte nicht das Gefühl, dass wir ihn Philosophie lehrten – aber sie wäre die einzig streng richtige. “  (6.53 TLP) Die Setzungen die Ludwig Wittgenstein vorher gemacht hat und zurecht aus dem Weltwissen abgeleitet hat, vergisst dabei, dass seine Worte selbst ohne Wert sind, wenn das so wahr wäre. Das führt zwangsläufig zu einem Selbstwiderspruch. Wenn wir uns aber nur die linke und rechte Seite einer Gleichung betrachten und eben nur vermessen sowie die Ungleichheit unserer Aussagen nicht beachten, dann scheinen uns die Sätze gleichwertig.

„Die Welt ist alles, was der Fall ist.“ die letztlich zum „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen. “ führt, mag zwar das Ausdrückbare und Unausdrückbare sein, sind aber die Seite der Gleichung, der die Welt gegenübersteht und gleichzeitig auch in ihr ist.  Wir sind in unserer Erkenntnis dabei selbst der Wert und der Mittelpunkt der Welt. Jetzt werden manche vielleicht sagen, was für ein mittelalterliches Geschwätz, wir haben doch längst bewiesen, dass die Sonne nicht um die Erde kreist oder die Sonne nicht das Zentrum des Universums ist und so fort. Das ändert nichts daran, es gibt nur eine Perspektive auf die Welt. All unsere Erkenntnis ist nur von Bedeutung für den Menschen und mit dem Menschen und nur aus dessen Mitte heraus erklärbar. All unsere Werte sind unsere Werte und nicht wertlos. Zwar mögen wir heute mehr denn je unsere Bedeutungslosigkeit im Angesicht der Größe des Universums erkennen, aber wir betrachten uns unsere Erkenntnisse für uns nicht als bedeutungslos an. Im Gegenteil, wir verwenden die vergangenen Erkenntnisse dazu um immer mehr Wissen zu wollen, soviel, daß es ein einzelner Mensch nicht mehr fassen kann. Dabei fangen wir aber an uns zu verlaufen. Eine Erkenntnis nur um der Erkenntnis willen, die den Zweck der Erkenntnis nicht mehr weiß, ist keine Erkenntnis mehr, sondern nur noch eine willkürliche Datensammlung für eine Maschine. Wenn wir es nicht schaffen unsere Erkenntnis an uns selbst auszurichten, dann werden wir in der Fülle des Wissens ersaufen.

Wenn wir anhand von Lichtquanten ferne Planeten entdecken, dann ist das zwar physikalisch eine hervorragende Leistung, jedoch ist es, wenn es für den Preis eines zündelnden Donald Trump erkauft worden ist, der sich auf Menschen stützt, die denken, dass die Erde 5000 Jahre alt ist, wertloses Wissen, wenn im Gegenzug diese Menschen die Welt in Brand stecken, weil Ihnen das Wissen und die Erkenntnis niemals vermittelt worden ist. Tatsächlich sind auch die Resourcen an wissensvermittelnden Menschen begrenzt und unter Umständen werden wir es bitter bereuen, wenn wir nicht alle auf unserer Reise mitnehmen. Nähmen wir an es hätte für 10.000 Jahre intelligente Dinosaurier gegeben, die nur so kurz in der Erdgeschichte aufgeflackert sind, dass wir heute keinerlei Spuren mehr von ihnen mehr vorfinden, dann war deren Wissen genauso wertlos, wie unser Wissen, wenn wir uns auf denselben Pfad begeben. Wenn wir meinen, daß alle Sätze gleichwertig seien, dann müssten wir akzeptieren, dass die Erde nur fünf- bis sechstausend Jahre alt ist, denn schließlich könnte der Planet ja auch von Douglasadamsmäusen gebaut worden sein. Doch jeder intelligente Mensch, der nur halbwegs bei Verstande ist, der weiß, dass dem nicht so ist.

Aber das mit dem bei Verstande sein, ist schwierig, denn unsere Erkenntnisse sind uns nicht angeboren. Der Mittelpunkt eines Menschen aus der Sozialisation eines christlich-religiösen Fanatikers aus dem Biblebelt der USA kann aus seiner Sicht genauso vernünftig sein wie der Mittelpunkt eines Menschen aus der Sozialisation des Koran im sogenannten islamischen Staat. Vor zweitausend Jahren waren die Menschen nicht weniger intelligent als heute und deswegen sind solche Letztbegründungen bis heute attraktiv. Das Nachjagen nach physikalischer Erkenntnis ist da mit dem Halt der Physik als außermenschlicher prüfbarer Wert nur dieselbe Kategorie., es ist gleichsam fortgesetzte Naturreligion mit wissenschaftlichen Mitteln. Betrachten wir uns unter allen diesen Mittelpunkten uns als gesamt Art, so ist jedes Einzelwesen nicht auf dem gleichen Entwicklungsstand. All diese verschiedenen Erkenntnisse können nicht gleichberechtigt nebeneinander stehen. Es hat sich daher das Prinzip der Nachvollziehbarkeit und der Beweisbarkeit recht gut bewährt.

Das Problem ist allerdings, dass der Konflikt zwischen Karl Popper und Wittgenstein besteht, Wittgenstein akzeptiert bei aller Logik letztlich den Widerspruch des Unauflöslichen wohingegen Popper der Meinung ist: „Denn jede Kritik irgendwelcher Theorie muss sich auf eine Methode stützen, irgendwelche Widersprüche aufzuzeigen.“ und ob jetzt der Ludwig nur mit dem Schürhaken spielte oder den Karl gar damit bedrohte, es ist eine grundlegend unterschiedliche Sichtweise der Welt.  Im Russischen gibt es einen Witz bei dem sich Möbel auf Hegel reimt und Feuerbach sich das Hemd zerrissen hat und mit einem Möbel auf Hegel geworfen hat. Ob nun Verifikation oder Falsifikation ganz oben auf der Erkenntnispyramide wird nicht weniger hart gestritten, wie wenn sich zwei Dummköpfe in einem Wirtshaus prügeln.

Es ist aber auch nicht weiter verwunderlich, so wie dem Physiker seine Natur, ist dem Philosophen nur noch das Denken als Halt geblieben. Wenn mir jemand auch noch mein Denken klaut, was habe ich denn dann noch? Haltlos kann kein Mensch leben. Nähme man dem Physiker seine Physik, dann stürzt er ebenso in das Bodenlose, aus dem gleichen Grunde kann auch so manch ein religiöser Fanatiker nicht überzeugt werden, wenn der dann auch noch Atomphysiker würde, dann ist das eine wahrlich explosive Mischung.  So ausgeschlossen ist das nicht, Religion und Physik passen in ihren Glaubenssätzen wunderbar zusammen.

Je tiefer gegraben wird, desto mehr müssen wir feststellen, dass unsere Aussagen keines Falls wertlos sind, sondern unsere gesamte Existenz daran hängt. Die von Popper gescholtene Immunisierung Hegels nur die Waffen des Geistes sind und Wittgenstein sich bei aller Logik dann als Hegelianer entpuppt, was er selbst natürlich bestreiten würde. Es sind hierbei die unausgesprochenen Wertesysteme der einzelnen Menschen, ich will auch nicht einsehen, dass ich falsch liege und immunisiere mich dadurch, dass ich vorher sage, dass ich falsch liege.  In dem logischen Schluss, dass ich als einzelner Mensch gar nicht richtig liegen kann, weil mein Hirn zu klein ist, das Weltwissen zu fassen, muss ich also falsch liegen, damit liege ich aber dann auf jeden Fall richtig. Wenn diese Aussage aber wahr wäre, dann hätte ich ja doch die Wahrheit erkannt. Diesen Widerspruch bekommt auch Popper nicht gelöst und damit kann auch Popper mit seinen eigenen Aussagen widerlegt werden. Aber es wäre auch witzlos Anton Zeilinger zu sagen, dass wir eigentlich gar nicht messen können und daher seine Fragen an die Philosophie kommen, die damit eigentlich schon beantwortet sind, denn genau das könnte ein Experimentalphysiker niemals akzeptieren. Genauso wäre es witzlos einem obdachlosen Alkoholiker, der mich um eine Euromünze anbettelt, zu erzählen, dass Geld eine Fiktion ist, die an sich keinen Wert hat, wenn er sich doch genau dafür seinen Alkohol beschaffen kann.

Wir haben Werte.

Die Werte sind der Mittelpunkt unserer Welt.

Wert und Maß

Wie ich in Maß und Wert schrieb, ist die Axiologie nicht der Rede wert. Wir meinen den Wert von Pi zu kennen, wenn wir Terrabyte an Zahlenwerten sammeln und das dann als den Wert von Pi bezeichnen. Derweil ist beides nur ein Maß. Genauso verfahren wir, wenn Geld für etwas ausgeben. Wir meinen den Wert von etwas bestimmt zu haben, wenn wir einen Zahlenwert dazu angeben können. Auch das sind irgendwelche Quantitäten, die aber nichts mit Qualität zu tun haben. Nur weil wir etwas gemessen haben, haben wir noch lange nicht den Wert bestimmt. Wir haben einfach nur gemessen. Dazu neigen wir dazu das Denken der Mathematik zu übernehmen und der einen Seite die Bezeichnung Wert zu geben und der anderen Seite die Bezeichnung Maß. Tatsächlich aber sind beide Seiten zwei Bezeichnungen für ein vergleichbares Maß. Pi ist dabei dass, was wir messen oder ausrechnen wollen zum Beispiel und 3,141…. die Zahl das, was wir dem zuordnen. Es sind aber gar keine Werte, sondern eben lediglich Vergleichswerte von Maßen. Wenn ich nun die unendliche Reihe 3/10 + 3/100 + 3/1000 + …. zusammenaddiere, dann ist das ein Drittel, jedoch wäre das eine lauter Krümmel und das andere ein transportables Kuchenstück, wenn es sich bei dem Vergleich denn um einen Kuchen handeln würde. Es gibt sozusagen nicht messbare Umstände, die den Wert erheblich beeinflussen. Ein Mensch ist nicht in ein Drittel zu haben und schon gar nicht in 3/10 + 3/100 + 3/1000 + ….

Diese wirtschaftlichen Zahlenwerte bestimmen in der Zwischenzeit unser gesamtes Denken und dieses Denken wird insofern wertloser, weil die Forschung verarmt. Auf der Suche nach „Lehrstuhl für Axiologie“ kommt zumindest bei Google genau ein Wert raus, der Lehrstuhl für Axiologie und Sozialethik am Institut für Philosophie der Nikolaus-Kopernikus-Universität in Toruń“ und nicht einmal an der polnischen Universität darf es einen ganzen Axiologen geben.

Werte sind uns nichts wert.

Wir reden gerne über Werte und führen sie in politischen Debatten an und schmeißen dem anderen die falschen Werte vor. Aber von Werten selbst haben wir nicht nur keine Ahnung, wir treten sie mit Zahlen in den Abgrund. Was wir mit Werten versehen, sind eigentlich nur Vergleichsmaßstäbe und dabei wissen wir nicht einmal so genau, was wir da messen. Unser Maß mag dann verglichen mit einer Tagesausgabe am CERN für die erfolgreiche Suche nach dem Higgsboson sein, dass uns das in Zahlen den Wert der gesamten Jahresausgabe für Axiologieforschung in Deutschland um das Unendlichfache übersteigt. Die Grundlagen dafür, wieviel uns die Erkenntnis, ob es ein Higgsboson nun gibt oder nicht gibt (neuerdings wissen wir ja dass es dieses Teilchen gibt), wert sein sollte, gibt es nicht. Das jeder Forscher für seinen Fachbereich natürlich immer mehr Mittel haben will und die menschliche Neugierde unendlich ist, sei dahin gestellt. Hat sich das Mittelalter in der Finsterniss bezüglich der Naturerkenntnis befunden, befinden wir uns heute im Mittelalter menschlicher Werte. Der Mensch ist nur noch eine Maschine, die auch durch eine künstliche Intelligenz ersetzt werden könnte. Das Weltbild hat sich noch nicht ganz durchgesetzt, aber wir sind auf dem besten Wege dahin und vielleicht sind es ja nur die Hungerkatastrophen und Kriege, die dieses Weltbild noch nicht vollkommen zum Tragen haben kommen lassen.

Vielleicht kommt jetzt einer auf dem dummen Gedanken, der redet doch nur für seinen Forschungsbereich, damit er davon leben kann. Dann kläre ich den Leser hiermit darüber auf, dass ich keinen Zugang zu einer deutschen Hochschule bekäme, wir sind ein sehr bürokratisches und sehr reguliertes Land. So wie Joschka Fischer auch, erfülle ich nicht die Voraussetzung um auch nur irgendetwas an einer deutschen Hochschule tun zu dürfen.

Ohne Wert haben wir kein Maß.. Wir haben jegliches Maß verloren. Was wir tagtäglich tun ist wie wenn wir die Zahl Pi um einen Stelle erweitern, damit haben wir aber nicht an Wert gewonnen, sondern nur eine Stelle mehr. Wie kleine Kinder sammeln wir immer Mehr desselben. Es ist nicht so, dass sich grundlegende Werte nicht rational ermitteln ließen. Wir tun es halt nicht. 93.750 Euro habe ich in Wille und Unwille mehr oder weniger willkürlich eine menschliche Arbeitsstunde beziffert. Ganz so willkürlich war der Zahlenwert nun auch nicht, denn es ist der Preis, denn jemand bezahlen muss um eine Stunde auf der ISS zu verbringen. Und eigentlich ist dieser Zahlenwert noch viel zu gering angesetzt, da sich die ISS noch im Schutzbereich der Erde befindet und was es kosten würde, ausserhalb dieses Schutzbereiches eine Lebensstunde zu ermöglichen, mag noch viel höher sein. In keinem unserer ökonomischen Werte die an der Börse gehandelt werden oder in den Ausgaben des Staates bilanziert werden, ist dieser Wert des menschlichen Lebens an sich erfasst. Wenn also Bildungsausgaben für Forschungsbereiche nach deren Nützlichkeit entschieden werden, dann sind das objektiv keine realistische Zahlen. Es sind willkürliche Maßeinheiten, die nach unseren kindlichen Ansichten verhandelt worden sind.

Selbstverständlich messen wir, allerdings können wir gar nicht messen, weil wir nicht den Vergleich haben, was wir uns selbst Wert sind. Tatsächlich funktionieren auch so unsere Märkte ein Fussballspieler ist in Zahlen mehr Wert als jeder Arzt oder Krankenpfleger. Nicht zu vergessen, was es uns in ökonomischen Zahlenwerten, wert ist, jemanden mit einem Verbrennungsmotor sinnlos im Kreis herumjagen zu lassen, der dann auch noch sich ein Flugzeug kauft und die Steuern auf das Flugzeug geschickt legal hinterzieht. Was aber noch Peanuts sind im Vergleich zu Blutdiamanten oder quecksilberverseuchte Goldgewinnung im Regenwald. Dagegen sind die Gelder für das CERN ein Ausbund an Vernunft.

Aber wie oben ja schon geschrieben, wäre uns Bildung etwas wert, dann müsste es jegliche Form der Bildung sein und nicht nur in den hochgelobten MINT-Fächern. Die Naturerkenntnis und deren Grundlagen sind nur ein Wissensgebiet, was wertlos wird, wenn es sich nicht auch mit dem Erkennenden, sprich dem Menschen, beschäftigt. Möglicherweise kann eine Maschine sogar eines Tages erkennen, das sei dahingestellt, aber das kann uns als Menschheit, egal sein, denn diese Erkenntnisse sind dann nicht unsere Erkenntnisse und wenn wir uns abgeschafft haben, sind sie für uns absolut wertlos. Wir müssten eigentlich schon längst zu der Erkenntnis gelangt sein, daß wir auf einem fragilen Raumschiff Namens Erde leben, welches zerstörbar ist, zumindest dahingehend zerstörbar, daß wir nicht mehr darauf leben können. Eine Wirtschaft, die nicht die Pflege dieses Raumschiffes als Ziel hat, ist keine Wirtschaft. Eine Politik, die sich nach den zerstörerischen Zahlenwerten einer Ökonomie richtet, die das Wort Ökonomie eigentlich gar nicht verdient, weil sie nicht rational ist, ist keine Politik. Wenn die Wirtschaftswissenschaften tatsächlich den rationalen Umgang mit Gütern, die nur beschränkt verfügbar sind, untersuchen würde, dann müsste sie als erstes den Wert dieses Planeten für den Menschen beziffern.  Das kann die Ökonomie nicht, denn es fehlt ihr jeglicher Maßstab, es gibt keine vergleichbare Erde.  Dennoch ist diese Gut beschränkt, es gibt es nämlich genau ein einziges Mal in zumindest menschlicher Lebenszeit erreichbarer Entfernung. Der Wert für den Menschen sollte unbestritten sein, wenn wir als Menschheit denn überleben wollen. Bei den derzeitigen Verhandlungen zwischen den Staaten und den innerstaatlichen Verhandlungen, was zu tun sei oder nicht, scheinen da nicht zur Zweifel aufzukommen, sondern schaut man sich Trump und andere Verrückte an, dann ist es ziemlich gewiss, dass wir keine Werte mehr haben.

Wir haben kein Maß mehr.

Werte sind uns nichts wert.